Fragen und Antworten    
         
    Auf diesen Seiten beantworten die Kinderärzte der Region Heilbronn Fragen zu Themen rund um die Kinderheilkunde.      
         
Gefahr durch Zecken?    
         
    Krabbeln und beißen      
           
   

Dr. Michael Mühlschlegel, Lauffen a.N.

Mit dem bloßen Auge betrachtet sehen sie ganz harmlos aus - die Zecken. Und wenn sie sich nicht gerade mit Blut vollgesogen haben, hat man Mühe, sie zu entdecken. Auch die Stichstelle ist oft kaum wahrzunehmen und verursacht nur selten einen Juckreiz.

Warum also ist sie so gefürchtet und warum verunsichert sie regelmäßig im Frühjahr und Sommer die Bevölkerung, vor allem die Eltern von Kindern?

Im Gegensatz zu den vielen anderen Insekten in unseren Breiten kann die Zecke mit ihrem Stich zwei Krankheitserreger übertragen: die FSME und die Borreliose.

Die FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis d.h.Gehirnhaut- und Gehirnentzündung) ist eine Viruserkrankung. Etwa jede 20. Zecke ist mit dem Virus infiziert. 3-14 Tage nach dem Stich einer infizierten Zecke kommt es bei ca. 30 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen. Bei ca. 10 Prozent der vorher grippeähnlich Erkrankten kommt es nach einer fieberfreien Zeit von bis zu 20 Tagen zu einer Erkrankung des Zentralnervensystems; von dieser schweren Form sind in aller Regel nur Erwachsenen betroffen.

Bei Kindern unter 12 Jahren sind FSME-Erkrankungen nicht bekannt, bei den unter 12jährigen kommt es in aller Regel nur zu dem leichten grippeähnlichen Verlauf. Eine Therapie der FSME gibt es nicht, eine vorbeugende Impfung ist derzeit bei Kindern ab dem 2. Lebensjahr möglich.

Die Borreliose wird durch Borrelien, eine Art Bakterien, hervorgerufen. Die Durchseuchung der Zecken mit Borrelien beträgt in Mitteleuropa bis zu 30 Prozent. Im Gegensatz zur FSME, bei der eine Infizierung unabhängig von der Dauer des Saugaktes der Zecke ist, steigt das Infektionsrisiko für Borrelien ab einer Haftzeit von mehr als 24 Stunden deutlich an. Die Infektionsrate nach einem Stich durch eine infizierte Zecke liegt bei etwa 10 Prozent, aber die Wahrscheinlichkeit für eine tatsächliche Erkrankung beträgt nur etwa 2 bis 4 Prozent. Am häufigsten erfolgt die Erkrankung etwa 1-3 Wochen nach dem Biß in Form der sog. Wanderröte, einer sich kreisförmig um die Einstichstelle wachsenden Rötung mit zentraler Blässe. Eine Erkrankung des Nervensystems tritt bei Kindern am häufigsten in Form einer akuten, meist einseitigen Gesichtnervenlähmung auf. Diese Erkrankung kann mit Antibiotika behandelt werden und heilt meist folgenlos aus.

Wie kann man sich schützen?

Ein Einreiben der Haut mit Repellents bietet einen gewissen, wenn auch nicht hundertprozentigen Schutz (aktuelle Mittelempfehlung bei Stiftung Warentest)

Nach dem Aufenthalt im Wald und auf Wiesen den Körper nach Zecken absuchen

Wenn eine Zecke entdeckt wird: mit einer spitzen Pinzette am Kopf der Zecke ansetzen und langsam herausziehen

Keine Verwendung von UHU, Nagellack oder Öl - denn beim Erstickungstod der Zecke werden vermehrt Erreger abgegeben

Empfohlen wird eine Impfung ab dem 3. Geburtstag.


     
         
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