Fragen und Antworten    
         
    Auf diesen Seiten beantworten die Kinderärzte der Region Heilbronn Fragen zu Themen rund um die Kinderheilkunde.      
         
Woher kommen Ohrenschmerzen?    
         
    Hinweis auf verschiedene Erkrankungen      
           
   

Je jünger das Kind, desto größer ist die Gefahr akut einsetzender Ohrenschmerzen, die auf verschiedenste Erkrankungen hinweisen können.

Als Ursachen von Ohrenschmerzen kommen in Betracht:

Die akute Mittelohrentzündung
Als Folge eines an sich zunächst harmlosen Schnupfens können Bakterien über die Ohrtrompete in das Mittelohr aufsteigen. Dadurch kann dann eine akute Mittelohrentzündung werden, häufig verbunden mit Fieber verbunden. Gelegentlich kommt es durch die starke Entzündung hinter dem Trommelfell zu dessen Durchbruch: Eiter entleert sich aus dem Ohr, was zur Entlastung führt und so meistens die starken Schmerzen des Patienten lindert. Keine Angst! Nach entsprechender Therapie schließt sich das Löchlein im Trommelfell schnell wieder. Beim unruhig schreienden Säugling und Kleinkind kann die Schmerzreaktion beim Druck auf den sog. Tragus (knorpeliger Vorsprung vor dem Ohr) einen Hinweis auf das Vorliegen einer Mittelohrentzündung geben.

Der akute Mittelohrkatarrh
Dabei sammelt sich hinter dem geröteten Trommelfell Flüssigkeit an. Vorsicht- ein solcher Katarrh kann leicht in eine Mittelohrentzündung übergehen oder, wenn er chronisch wird, zu Hörstörungen führen. Kurzfristige Kontrollen durch den Arzt werden notwendig sein, um dies zu verhindern.

Die akute Gehörgangsentzündung
Hierbei entzündet sich die Innenhaut des Gehörgangs durch Bakterien, so dass es bis zum Gehörgangsfurunkel kommen kann.

Mumps
Bei Mumps sind die Ohrenschmerzen mit einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse verbunden, was zum Abheben des Ohrläppchen führt.

Andere Entzündungen
können ebenfalls mit Schmerzen ins Ohr ausstrahlen, so z.B. eine Angina, Lymphknotenenzündungen im Halsbereich und Zahnprobleme. Auch Kopfschmerzen werden vom Kind manchmal ins Ohr lokalisiert.

Fremdkörper im Ohr
Nicht zuletzt können Ohrenschmerzen auch durch Fremdkörper im Ohr bedingt sein.

Was ist zu tun?

Bei Ohrenschmerzen ist immer eine ärztliche Untersuchung notwendig. Erste Hilfsmaßnahmen bis zum Arztbesuch:

Messen Sie die Körpertemperatur
Geben Sie ein Schmerzmittel, falls das Kind weint und nicht zur Ruhe kommt (z.B. ein übliches Fieber- bzw. Schmerz-zäpfchen). Ohrentropfen darf man - wenn überhaupt - nur einmalig geben, da sie allenfalls einen lokal schmerzlindernden Effekt, aber außer bei der Gehörgangsentzündung keine heilende Wirkung haben. Sie benetzen das Trommelfell und den Gehörgang und erschweren dadurch dem Arzt die Beurteilung.

Geben Sie Ihrem Kind abschwellende Nasentropfen und lassen es etwa 5 Minuten danach etwas trinken, wobei nach Möglichkeit die Nase zugehalten werden sollte. Dadurch können Sie durch den Unterdruck, der im Nasenrachenraum entsteht, eine Entlastung im Mittelohr über die Ohrtrompete erreichen.

Lindernd wirken außerdem warme Auflagen aufs Ohr wie eine Wärmflasche, Kartoffelwickel oder angewärmtes trockenes Salz in einem alten Strumpf. Über einen günstigen beruhigenden Effekt berichten Eltern auch immer von Umschlägen mit einigen rohen Zwiebelscheiben, die aufs Ohr aufgelegt werde.

Merke
Den Gehörgang darf man nicht mit Wattestäbchen reinigen. Sie stören nur das Selbstreinigungsreinigungssystem des Gehörgangs, fördern die Bildung von Ohrschmalzpfröpfen, und man gefährdet das Trommelfell des Kindes bei unerwarteten ruckartigen Bewegungen. Bei etlichen Kindern mussten die Trommelfelle nach dem unseligen Hantieren am Ohr mit Wattestäbchen operativ wiederhergestellt werden. Daher reinigt man die Ohrmuschel und den Gehörgang nur mit einem Waschlappen.

Suchen Sie nach Ohrenschmerzen bitte spätestens am nächsten Tag den Arzt Ihres Kindes auf, der die genaue Diagnose stellen und eine eventuell notwendige weiter Therapie einleiten wird.

Bei der Mittelohrentzündung wird in der Regel eine Antibiotikatherapie nötig, um die früher häufigen chronischen Mittelohr- und Trommelfellschäden mit Hörverlusten vermeiden.

Beim Mittelohrkatarrh genügt häufig eine kurze intensive Gabe von abschwellenden Nasentropfen 5 mal täglich jeweils vor den Mahlzeiten, um der Situation Herr zu werden. Kurzfristige Kontrollen durch den Arzt werden notwendig sein, um den Übergang in eine Mittelohrentzündung nicht zu verpassen und das Chronischwerden dieses Prozesses mit entsprechender Beeinträchtigung des Hörvermögens zu vermeiden.

Auch als eine gewisse Vorbeugung im Hinlick auf eine Mittelohrentzündung ist es sinnvoll, daß man bei Schnupfen frühzeitig und konsequent abschwellenden Nasentropfen, jeweils vor den Mahlzeiten, verabreicht.
Bei akuter Gehörgangsentzündung muß der Arzt unter Umständen einen Gazestreifens in den Gehörgang einlegen, der mit einem Medikament versehen ist; auch können hier außnahmsweise Ohrentropfen sinnvoll sein.

Fremdkörper im Gehörgang müssen vom Arzt entfernt oder abgesaugt werden.

     
         
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